Regenwassernutzung

Regenwassernutzung




Der frei nutzbare Süßwasseranteil am gesamten Wasservorrat der Erde (1,4 Mio. km3) beträgt lediglich 0,3%. Diese begrenzten Trinkwasservorräte sind lebensnotwendig und müssen daher auch in Zukunft gesichert bleiben. Die Verschwendung durch übermäßigen Verbrauch muss vermieden werden.

Die heißen Sommer der letzten Jahre haben gezeigt, dass Wasser schon heute ein knappes Gut geworden ist und längst nicht mehr überall und unbegrenzt zur Verfügung steht. Für unsere nachfolgenden Generationen ist es unerlässlich, verantwortungsbewusst und sparsam mit der lebenswichtigen Ressource Trinkwasser umzugehen.

Ein 4-Personen-Haushalt verbraucht ca. 400 Liter Trinkwasser/Tag. Ein großer Teil dieser Wassermenge wird von Anwendungen verbraucht, die nicht zwingend Trinkwasser benötigen:

  • ca. 80 I/Tag für die Toilette
  • ca. 4 l/Tag fürs Putzen
  • ca. 40-60 l/m² pro Tag für die Gartenbewässerung in den Sommermonaten und
  • ca. 18 l/Tag für die Waschmaschine

Genau bei diesen Verbräuchen setzt die Regenwassernutzung an. Durch eine korrekt ausgelegte Anlage, lassen sich hier fast 50 % des Trinkwasserbedarfs einsparen, was neben den positiven ökologischen Auswirkungen auch eine erhebliche Kosteneinsparung mit sich bringt.



Funktionsweise einer Anlage zur Regenwassernutzung

Anlagen zur Nutzung von Regenwasser bestehen im Wesentlichen aus:

  • Wasserspeicher
  • Filter
  • Pumpen
  • Steuerungseinheit, die die gesamte Anlage überwacht, kontrolliert und steuert

Darstellung einer Regenwassernutzungsanlage
Darstellung einer Regenwassernutzungsanlage

Das Wasser wird von der Dachrinne aufgefangen und über einen speziellen Filter, der die Schmutzpartikel abscheidet, in einen Speicher aus Kunststoff, Beton oder Stahl geleitet. Dieser Speicher befindet sich entweder im Gebäude oder in frostfreier Tiefe außerhalb des Hauses. Von dort befördert die Steuerungseinheit per Pumpe das gefilterte Regenwasser durch ein spezielles Leitungsnetz zu den Verbrauchsstellen, beispielsweise zu einer Toilette. Die Pumpe kann je nach Bedarf Regenwasser aus dem Speicher oder aus dem Trinkwasserbehälter entnehmen. So wird die Betriebssicherheit der Anlage auch bei Wassermangel in Trockenperioden, Kanalrückstau, Wartungsarbeiten oder ähnlichem garantiert.

 Regenwassernutzungsanlage Detailansicht
Regenwassernutzungsanlage Detailansicht



Vorteile einer Regenwassernutzungsanlage

Ökologische Vorteile

  • Kostbares und teures Trinkwasser wird nicht mehr unnötig vergeudet
  • Bei WC-Spülungen lässt sich die größte Menge einsparen, zudem bildet sich kein Urinstein
  • Die Gefahr von Überschwemmungen kann reduziert werden. Durch begradigte Bäche und immer mehr versiegelte Flächen läuft Regenwasser immer schneller ab, ohne in die Böden zu versickern. Die Kanäle und Bäche können die Wassermassen nicht schnell genug aufnehmen. Dadurch kommt es vielerorts immer wieder zu überschwemmten Straßen und Kellern. Regenwassernutzungsanlagen helfen bei starken Regengüssen die Abflussspitzen im Kanalnetz zu verringern und bieten die Möglichkeit, zentrale Rückhaltebecken kleiner dimensionieren zu können.
  • Durch die Regenwasserqualität lassen sich beim Putzen und Waschen Reinigungsmittel einsparen und entlasten somit ebenfalls die Umwelt.
  • Durch den fehlenden Kalkanteil des Regenwassers ist dieses ideal geeignet für die Pflanzenwässerung, da die Pflanzen so optimal Mineralien aufnehmen können.

Ökonomische Vorteile

  • Je nach Bedingungen vor Ort (Dachfläche, Regenspende, Wasserverbrauch, Preise) können ca. 50% des jährlichen Wasserbedarfes mit kostenlosem Regenwasser abgedeckt werden. Das sind im Durchschnitt ca. € 200,00 Ersparnis/Jahr.
  • Die Waschmaschine wird durch Regenwasser geschont, da dieses Wasser weicher und kalkfrei ist. Somit ist eine höhere Reinigungskraft gegeben und ein Verkalken der Waschmaschine wird ohne zusätzliche Mittel verhindert.
  • Die Kanalbenutzungsgebühren steigen geringer, da weniger Rohrvergrößerungen erforderlich sind. Klärwerke müssen nicht ständig ausgebaut werden.