Fettabscheider

Fettabscheider




Kommt gebrauchtes Speisefett direkt oder zusammen mit dem Abwasser in unsere Kanalisation, führt dies zu massiven Problemen:

  • Kühlt das heiße, fetthaltige Abwasser ab, lagert sich das Fett im Kanal ab. Im Laufe der Zeit "wächst" dieser zu und lässt schließlich gar kein Abwasser mehr durch. Der Kanal muss dann zu hohen Kosten geräumt werden.
  • Fettsäuren greifen das Kanalrohr an und führen zu dessen Korrosion. Der Kanal muss dadurch aufwendig saniert werden.
  • In der Kläranlage hemmt Fett die Abbauaktivität der Kleinlebewesen, begünstigt die Bildung zäher Schäume und beeinträchtigt Rohrleitungen und Pumpen. Das führt zu unnötig hohen Betriebskosten für die Abwasserreinigung.

Der Rückhalt des Fettes an den Anfallstellen und dessen geordnete Entsorgung ist daher zum Schutz der Kanalisation und Kläranlage erforderlich. Die Lebensdauer der Bauwerke wird verlängert, ein kostengünstiger Betrieb von Kanal und Kläranlage sichergestellt. Investitionen in diesem Bereich sparen daher mittel- und langfristig viel Geld.

Daher wurden vom Gesetzgeber auf Basis des Wasserrechtsgesetzes (WRG 1959 in der geltenden Fassung, §§ 30 ff Reinhaltung und Schutz der Gewässer, § 32b Indirekteinleiter, §§ 33b ff Emissionsbegrenzung) und des Gewerberechts behördliche Auflagen geschaffen, die vorschreiben, Fettabscheideranlagen überall dort einzusetzen, wo große Mengen an Fetten und Ölen organischen Ursprungs aus dem Schmutzwasser zurückgehalten werden müssen.

Typische Einsatzbereiche, die das Vorhandensein eines Fettabscheiders erfordern, sind daher laut ÖNORM B 5103:

  • Fertiggerichtherstellung
  • Fleischhauereien mit und ohne Schlachtung (auch Feinkostabteilungen großer Lebensmittelmärkte, bäuerliche Gemeinschaftsschlachtereien)
  • Fleischwaren- und Wurstfabriken mit und ohne Schlachtung
  • Geflügelschlachtereien und -verarbeitungsbetriebe (jeweils bis zur Bagatellgrenze lt. Abwasseremissionsverordnung Fleischwirtschaft)
  • Grill-, Brat- und Frittierküchen
  • Küchenbetriebe mit einer Kapazität ab 50 Portionen täglich (z.B. Autobahnraststätten, Gaststätten, Essensausgabestellen, Großküchen, Hotels, Kantinen, auch ortsfeste Würstlstände, Jausenstationen und ähnliche Kleinbetriebe bei entsprechender Kapazität)
  • sonstige Industrie- und Gewerbebetriebe



Funktionsweise von Fettabscheidern

Ein Fettabscheider besteht im Wesentlichen aus:

  • Einlaufteil
  • Schlammfang
  • Fettabscheider (vorzugsweise aus Kunststoff) und
  • Probeentnahmeeinrichtung

Er kann entweder frei aufgestellt (beispielsweise im Keller) oder in die Erde in frostfreier Tiefe eingebaut werden. Seine Funktion basiert auf der Wirkung der Schwerkraft.

Fettabscheider Detailansicht
Fettabscheider Detailansicht

Das abzuscheidende, fetthaltige Abwasser durchläuft im Fettabscheider folgende Stufen:

  1. Einlaufteil:
    Fett- und ölhaltiges Schmutzwasser aus der Gastronomie wird entweder über Bodenabläufe und Entwässerungsrinnen oder über Spülbecken und -maschinen in das angeschlossene Rohrsystem zum Schlammfang geleitet. Es sollte darauf geachtet werden, dass alle Abläufe einen Geruchsverschluss aufweisen. Dem Fettabscheider darf nur Abwasser zugeleitet werden, aus dem organisches Fett und Öle ausgeschieden werden müssen. Dazu gehören auf keinen Fall fäkalhaltige Abwässer.
  2. Schlammfang:
    Durch die Vergrößerung des Fließquerschnitts tritt eine Beruhigung des Abwassergemischs ein, sodass sich die darin enthaltenen Sinkstoffe absetzen. Dieser Schlamm kann über einen eigenen Entnahmeschacht selber abgepumpt werden oder er wird zusammen mit dem Fett und Restwasser komplett entsorgt.
  3. Fettabscheider:
    Erst jetzt fließt das Abwasser in den eigentlichen Fettabscheider. Die Trennung der Öle und Fette erfolgt, genau wie die der Sinkstoffe, physikalisch durch Schwerkraft. Das dem Wasser gegenüber leichtere Fett schwimmt auf der Oberfläche und bildet dort eine stetig anwachsende Schwimmschicht. Sie muss regelmäßig, mindestens einmal im Monat oder bei einer maximalen Fettschichtdicke von 16 Zentimetern entsorgt werden. Dabei wird der komplette Fettabscheider vom Entsorgungsfahrzeug leergesaugt und anschließend wieder mit Frischwasser gefüllt. Wird die Fettschichtdicke bereits nach einigen Tagen erreicht, ist das ein sicheres Indiz dafür, dass die Abscheideanlage zu klein dimensioniert ist.
  4. Probeentnahmeschacht:
    Das übrige Abwasser fließt durch den Probeentnahmeschacht, der Kontrollzwecken dient, weiter über eine Hebeanlage in die öffentliche Kanalisation. Eine Hebeanlage ist bei Rückstaugefahr vorgeschrieben, da die Abwasserleitung des Abscheiders nicht unterbrochen werden darf.

Funktionsweise eines Fettabscheiders
Funktionsweise eines Fettabscheiders

Über einen Fettabscheider MÜSSEN folgende Stoffe entsorgt werden:

  • fetthaltige Abwässer
  • Abwässer aus Geschirrspülern
  • Abwässer aus Spülbecken
  • Ausgüsse
  • Bodenabläufe
  • Abwässer aus Schlachtung
  • Abwässer aus Fleischverarbeitung
  • Abwässer Wurst- und Brühkessel

Zu Beachten: folgende Stoffe DÜRFEN NICHT über den Fettabscheider entsorgt werden:

  • Fette und Öle (Abfall)
  • Abwässer aus dem Schank-Spülbecken
  • Abwässer des Gläserspülers
  • sonstige Abwässer, die aggressive Spülmittel enthalten
  • (zerkleinerte) Abfälle
  • Fäkal- und Sanitärabwässer
  • Wäschereiabwässer
  • Regenwasser